April 2016: Konversionsausschuss beginnt seine Arbeit

Die Stadt Fürstenfeldbruck hat mit der Wiedernutzbarmachung des Fliegerhorsts eine Mammutaufgabe vor sich. Als möglicher Termin für die Freigabe durch die Bundeswehr wird derzeit das Jahr 2020 genannt. Die Konversion des Fliegerhorst-Areals stellt eine einmalige Aufgabe mit langfristiger Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Stadt, mit großem innovativen, aber auch hohem Risikopotential dar. Der Prozess wird sich bis zu seinem Abschluss vermutlich über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren erstrecken. Es ist dennoch wichtig, bereits jetzt Konzepte zu entwickeln, denn im ehemaligen Militärareal soll ein neuer lebenswerter Teil der Stadt für circa 5000 Einwohner und 4000 Arbeitsplätze entstehen, der einen Impuls für die Stadt, den Landkreis und die Region setzt.

Im Konversions-Ausschuss, der am 27. April zum ersten Mal tagte, berichtete Serge Schimpfle, der Projektleiter der Konversion, über den derzeitigen Stand der Planungen.

Zusammengesetzt ist der Ausschuss aus 14 Mitgliedern des Stadtrats und wurde von dritter Bürgermeisterin Karin Geißler, in Vertretung des derzeit amtierenden Bürgermeisters Erich Raff, geleitet.

Der Konversions-Ausschuss ist ein beschließender Ausschuss, der zum einen eine Aufgabenentzerrung und Entlastung des Stadtrates erreichen und zum anderen die politischen Entscheidungen und Verwaltungsvorgänge beschleunigen soll. Die Konversion stellt sich als interdisziplinär zu bewältigende Querschnittsaufgabe dar, die nur durch eine Zusammenarbeit der gesamten Verwaltung geleistet werden kann. Neben dem Projektleiter gibt es die Projektgruppe, die bei schwierigen, weittragenden und komplexen Entscheidungen unterstützt. Darüber hinaus werden in sechs Arbeitsgruppen, aufgeteilt nach thematischen Schwerpunkten, fachübergreifende Arbeitsaufträge bearbeitet.

Serge Schimpfle informierte, dass Untersuchungen und Gutachten von der Regierung von Oberbayern im Rahmen des Sonderprogramms Militärkonversion gefördert werden, sofern sie kontinuierlich, sinnhaft und aufeinander aufbauend durchgeführt werden. Das Sonderprogramm, das einen Fördersatz von 80 Prozent vorsieht, endet 2016.

Einige Vergaben und Gutachten zur Konversion sind bereits abgeschlossen. Beispielsweise die Untersuchung zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung und zur vertieften städtebaulichen Denkmalpflege, deren Ergebnisse in der nächsten Ausschuss-Sitzung am 6. Juli vorgestellt werden sollen.

Die bereits im Stadtrat beschlossene Vergabe für einen Projektbegleiter wird wegen der aktuellen Flüchtlingsproblematik und der nicht gesicherten Freigabezeiträume aufgehoben und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

In 2016 sollen weitere Gutachten beauftragt werden, die zum Teil mit hohen Kosten verbunden sind und wegen der besonderen Förderung (in Höhe von 80 Prozent) oberste Priorität haben. Sie müssen allesamt, laut Vergaberecht, europaweit ausgeschrieben werden: der Verkehrsentwicklungsplan für die gesamte Stadt, ein Gutachten zur Nachhaltigkeit von Gebäuden (Graue Energie), eine Machbarkeitsstudie zur technischen Infrastruktur der Straßen und Ver- und Entsorgungsleitungen, sowie die Ausschreibung für einen städtebaulichen Ideenwettbewerb einschließlich der Betreuung des Wettbewerbsverfahrens.

Nachrangig, weil nicht so kosten- und zeitintensiv, ist vorgesehen in 2016 noch Gutachten, zu einem Rahmenvertrag Schallschutz, einer Struktur- und Potentialanalyse Gewerbe, einem Sportstättenkonzept, einem Versorgungskonzept für erneuerbare/regenerative Energien sowie einem Kulturentwicklungsprogramm zu beauftragen.

Zum Thema Grunderwerb gibt es eine erfreuliche Nachricht: Die Stadt erhält die Möglichkeit, einen Abschnitt des Sommerkellerwegs zu kaufen und sichert sich somit die im Brucker Stadtgebiet notwendigen Grundstücksflächen für eine Geh- und Radwegverbindung von Fürstenfeldbruck über das ehemalige Flugfeld nach Maisach.

Für die Konversion ist eine eigene Internetseite geplant, die in den nächsten Wochen online gehen wird. Sie wird die Rubriken Aktuelles, Konzept, Prozess und Geschichte enthalten. So wird die Öffentlichkeit kontinuierlich zu aktuellen und interessanten Themen der Konversion umfassend informiert.